M-Days: App vs. Web - Wer wird die Nase vorne haben?
Am 28./29.01.10 fanden in München die M-Days in der BMW World statt. Da Benno bereits in seinem Artikel “M-Days: Die Heiligsprechung des iPhones” aus dem letzten Jahr kurz erklärt, was die M-Days sind, verweise ich auf diesen. Vielmehr möchte ich darauf eingehen, welchen Eindruck diese Veranstaltung bei mir hinterlassen hat.
Meiner Meinung gab es einen Battle. Und zwar standen sich im Mittelpunkt des Boxringes zwei Kontrahenten gegenüber: App vs. Website. Die Elefantenrunde am Freitag unterstrich eindeutig dieses Gefühl. Die Runde setzte sich zusammen aus Wolfgang Petersen von Intel, Ajit Jaokar von Futuretext, Col Healy von Qualcomm (UK), Anuj Khanna von Wireless Expertise und Dr. Rainer Deutschmann von der Deutschen Telekom AG. Nachdem jeder von Ihnen seinen Vortrag gehalten hatte, ging es darum, wohin der Trend im mobilen Bereich gehen wird. Interessant waren die Statements von Wolfgang Petersen und Dr. Rainer Deutschmann, die das Handy als Medium zwischen anderen Geräten sehen. Beispielsweise könnte es als eine Art Fernbedienung eingesetzt werden, so dass man mit ihm die Kindersicherung in einem TV-Gerät aktivieren kann. Um sich das konkret vorstellen zu können, bediene ich mich an dem Beispiel von Herrn Petersen, der dies veranschaulichte. Man stelle sich eine Familie vor und das Kind möchte eine Sendung sehen. Schickt der Mutter eine SMS und diese kann via Handy den Fernseher so programmieren, dass die Kindersicherung aktiv oder eben nicht aktiv ist. Um diesen Gedanken weiter zu spinnen: Die Mutter ruft mit ihrem Gerät die passenden Infos zur Sendung im mobilen Web ab, wählt ihr TV-Gerät aus und “Schwupp di Wupp” schaltet sich dieses aus mit der Nachricht von der Mutter: “Jetzt wirds Zeit für Hausaufgaben, heute gibt es keine Sesamstraße.”. Nun ja, bis dahin dauerts aber wohl noch ein paar Jahre. Desweiteren wurde von den Experten ein Statement zu der eingangsgestellten Frage “App vs. Web - wer wird gewinnen?” erwartet. Dazu nur 2 Zitate: “The web will win!” und “The mobile internet is bigger than apple.”, wobei das letztere von Anuj Khanna mit einem Augenzwinkern geäußert wurde. Als Fazit zu dieser Elefantenrunde lässt sich sagen, dass die Message dieser Runde bestimmt anders gewesen wäre, wenn ein Vertreter eines erfolgreichen App-Stores mit Anwesenheit brilliert hätte. So war es aber nicht und deshalb sehe ich es so, dass es ein kleiner Befreiungsversuch war gegenüber dem Hype “App”.
Obwohl der Versuch da ist, sich gegen diesen Hype zu wiedersetzen, waren viele Präsentation inhaltlich immernoch dem iPhone gewidmet. Carsten Frien von Madvertise ist darauf eingegangen, wie man eine App gut im App Store platzieren kann. Zwar habe ich kein ultimatives Erfolgsrezept erfahren (und auch nicht erwartet, denn dieses ist wohl pures Gold wert), dennoch möchte ich den Produktnamen “Madvertise App KatAPPult” herausheben, weil mir dieses Wort sehr gut gefällt! Da hat Madvertise sich etwas einfallen lassen.
Tom Laband von der YOC AG zeigte in seinem Vortrag “iPhone Applikationen als Webeinstrument” ein paar Beispiele, wie man sein Branding geschickt in eben diesen unterbekommen kann. Fasziniert hat mich allerdings vielmehr das Abschlussstatement, welches der Frage “Strategie oder Taktik?” folgte. denn er sagte eindeutig, dass er ans mobile Web glaubt und Apps sieht er mehr als Hype. An den Reaktionen im Publikum habe ich gemerkt, dass wohl nicht alle diese Meinung teilen. Dahinter steckt eben auch die Frage, wie man mit mobilem Content Geld verdienen kann.
Der Donnerstag endete mit dem Mobile Monday Demo Night in der BMW World. Am Freitag um 12 Uhr hielt dann Benno seinen Vortrag und weil dieser so schön war, hier nochmal die gesamten Folien in voller Länge und in Bunt und Farbe.
Auf der Messe Bühne fand dann auch die Preisverleihung “Show Your App” statt. 1. wurde Mogree, ein mobiler Community Service, gefolgt von der N-TV App und Smartrunner: LBS Service Application.
Last but not Least wollte ich noch den MZ-Mixer München erwähnen, der am Vorabend der M-Days im Volksgarten stattgefunden hat. Wow, da waren echt viele Mobilisten anwesend - sehr schön, so eine große Runde. Mein Eindruck war, dass die komplette Palette von “Newbie” bis “Alter Hase” vor Ort war und das hat diesen MZ-Mixer zu etwas Besonderem gemacht. Näheres dazu gibt es im Blogeintrag von Heike nachzulesen.
So, und abschließend greife ich nochmals das Bild vom Kampf “App vs. Web” auf. Es ist schwierig zu sagen, wer vorne liegt. Es gibt etliche Diskussionen dazu, bspw. auf mobilewebdesign.de. Laut Klaus Menhorn von comScore stecke das mobile Web noch in den Kinderschuhen. Doch wann wird es diese endlich verlassen? Und wo stehen Apps? Dauert es wirklich noch 10 Jahre bis das mobile Web diesen Kampf gewonnen hat (Aussaget von Ajit Jaokar)? Und grundlegend muss man sich auch die Frage stellen, ob es überhaupt ein Kampf ist oder ob sich nicht auch spannende neue Synergieeffekte bilden können? Nun ja, ich glaube es ist an der Zeit mal einen Blogeintrag nur zu diesem Thema zu schreiben…
Tags: app, deutsche telekom, elefantenrunde, intel, iPhone, m-days, mz mixer, web

Februar 8th, 2010 at 14:01
[...] App vs. Website Als Nachtrag zur Diskussion neulich hier noch ein lesenswerter Artikel zum Thema “App vs. Website” im Blog von insertEFFECT [...]
Februar 19th, 2010 at 16:55
[...] M-Days: App vs. Web - Wer wird die Nase vorne haben? [...]
Februar 23rd, 2010 at 18:05
[...] Session: “Mobile Usability + Live-Usability Test”. Das lief so ab, dass Benno eine kurze Einführung gegeben zu diesem Thema. Danach haben wir dann unseren Handyschlitten aufgebaut und einen [...]